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Inhalt Kap. 1 Kap. 2 Kap. 3 Kap. 4 Kap. 5 Kap. 6 Kap. 7 Kap. 8 Kap. 9 Literatur

Vorlesung Chemie der Metalle

1. Einleitung, Allgemeines

1.4. Strukturen der Metalle


Fast alle Metalle kristallisieren in einem der drei folgenden Strukturtypen:

Die drei Strukturtypen bauen auf zwei Anordnungen von Kugeln in der Ebene auf:

Die Tabelle 1.4.1. fasst die drei Strukturtypen zusammen, weitere Abbildungen und Erläuterungen s.u..

Packung b.c.c. h.c.p. f.c.c.
kubisch innenzentrierte P. hexagonal dichteste P. kubisch dichteste P.
Basispackung d. Ebene
Stapelfolge
||:AB:|| ||:AB:|| ||:ABC:||
Elementarzelle
VRMLs (Kugeln) Ausschnitt Ausschnitt Elementarzelle
Koordinationspolyeder
VRMLs dazu 8 (Würfel) + 6 (Oktaeder)
bzw. Rhombendodekaeder
Antikuboktaeder Kuboktaeder
Tab. 1.4.1. Abbildungen zu den Strukturen der Metalle VL 1.2. unten

Erläuterungen zu den einzelnen Metallstrukturen: (s.a. das Video ganz unten auf dieser Seite) Die beiden nächsten Metallstrukturen, die hexagonal und die kubisch dichteste Kugelpackung, sind echte dichteste Kugelpackungen im Raum, d.h. es handelt sich um diejenigen Anordnungen identischer Kugeln mit der maximalen Dichte und der maximalen Raumerfüllung von 74.05 %. Basis der beiden Strukturen (und vieler Varianten) ist die Packung von Kugeln in einer dichten Schicht in der Ebene (36-Netze). Diese Schichten sind im Prinzip in beliebigen Stapelfolgen denkbar. Am wichtigsten sind aber: b.c.c.- und f.c.c.-Struktur sind gar nicht so sehr verschieden, wie es auf den ersten Blick scheint. Dazu zeigt dieses dynamische VRML-2 (!! nicht mit allen VRML-Betrachtern darstellbar, z.B. freewrl nehmen) diesen sogenannten 'Martensit'-Übergang. (hier als x3d-File direkt eingebunden, einfach direkt im Browser drehen!)
Viele Metalle sind darüberhinaus polymorph, d.h. es gibt abhängig von Temperatur und Druck unterschiedliche Strukturen. Ein wichtiges Beispiel ist das Eisen mit den folgenden temperaturabhängigen Phasenumwandlungen:
α-Fe (bcc) ⟶ 910 oC ⟶ γ-Fe (fcc) ⟶ 1390 oC ⟶ δ-Fe (bcc)
Der Übergang von α-Fe (b.c.c.) nach γ-Fe (f.c.c.) ist dabei genau der Martensit-Übergang von oben.

Die Verteilung der Strukturtypen im Periodensystem ist der folgenden Übersicht Abb. 1.4.1. zu entnehmen:

Abb. 1.4.1. Strukturen der Metalle SVG VL 1.2. Mitte

Die Abfolge der Strukturtypen ist nur mit Rechnungen auf gutem theoretischen Niveau über die elektronischen Strukturen erklärbar (Details dazu siehe Kap. 2.3. der Vorlesung Intermetallische Phasen).
Der Strukturtyp eines Metalls bestimmt auch entscheidend die mechanischen Eigenschaften der Metalle: Metalle und Legierungen mit kubisch dichtester Kugelpackung (f.c.c.) haben die meisten sog. 'Gleitsysteme', d.h. die Verscheibung der Schichten gegeneinander ist in vielen Richtungen relativ einfach möglich. Diese Metalle sind daher duktil und damit mechanisch einfach zu verarbeiten (z.B. Cu).

Die beiden dichtesten Kugelpackungen sind in mehrfacher Hinsicht für die gesamte Strukturchemie wichtig, denn:

Und hier noch ein Video zu den beiden dichtesten Kugelpackungen aus Corona-Zeiten ...

Dichteste Kugelpackungen: Prinzip, h.c.p.- und f.c.c.-Struktur (69MB|MP4|H264)

Viele weitere Informationen und auch die Strukturchemie der wenigen Metalle mit abgeleiteten Packungen sind in den Vorlesungen

zu finden.

Im folgenden beginnt die Besprechung der Chemie der Hauptgruppenmetalle, beginnend im Periodensystem links mit der sehr einheitlichen Gruppe der Alkalimetalle (I. Hauptgruppe, 1. Gruppe, Kap. 2).

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